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Erfreuliche Saisonbilanz des NWBSV

Annika Drazek, Anna Köhler, Kira Lipperheide und Cheyenne Rosenthal glänzen mit WM-Gold


Winterberg.
(ske) Die Bilanz ist erfreulich: Die Sportlerinnen und Sportler des Nordrhein-Westfälischen Bob- und Schlittensportverbandes (NWBSV) haben auch in der nacholympischen Saison national und international ihre Klasse unter Beweis gestellt. Für die goldenen Glanzpunkte auf internationale Ebene sorgten Annika Drazek (BSC Winterberg) mit dem WM-Titel im Zweierbob, Anna Köhler (BSC Winterberg) mit WM-Gold im Team-Wettbewerb Bob/Skeleton, Cheyenne Rosenthal (BSC Winterberg), die überraschend den WM-Titel bei der Junioren-WM Rennrodel gewann sowie  Kira Lipperheide (TV Gladbeck), die sich im Schlitten von Kim Kalicki (Wiesbaden) den U23-Titel bei der Junioren-WM Bob vor Laura Nolte/Deborah Levi (BSC Winterberg) sicherte. Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) glänzte in Whistler mit der WM-Silbermedaille im Skeleton. „Es war eine sehr erfolgreiche Saison“, sagt NWBSV-Präsident Winfried Stork. „Die Ergebnisse sprechen für die hervorragende Arbeit am Winterberger Stützpunkt.“  

WM-Titel für Annika Drazek nach „brutaler Situation“ - Anna Köhler jubelt über Gold im Team-Wettbewerb
Bei der Bob & Skeleton WM in Whistler (25. 2 - 10. 3. 2019) gewann Annika Drazek im Schlitten von Mariama Jamanka (BRC Thüringen) ihren zweiten WM-Titel. Zittern mussten die beiden im vierten Lauf, als sie in der berühmten und berüchtigten „Fifty-Fifty-Kurve“ beinahe gestürzt wären. „Es war eine brutale Situation. Ich dachte kurz mal, ob wir auf dem Kopf stehen“, meinte Annika. Alles ging gut, nach 2016 (mit Anja Schneiderheinze) gewann sie ihren zweiten WM-Titel, zudem mit Jamanka souverän den Gesamtweltcup. Nicht zufrieden war Anna Köhler, die bei ihrer WM-Premiere mit Vereinskollegin Leonie Fiebig auf Platz sieben fuhr. „Am ersten Tag sind wir schlecht gefahren, am zweiten waren die Fahrten nicht sauber“, bilanzierte Anna. Im Team-Wettbewerb Bob/Skeleton wurde sie für Team Deutschland 2 nominiert und gewann wenige Stunden nach dem Einzelwettbewerb die Goldmedaille (mit Christopher Grotheer und Sophia Griebel/Skeleton sowie Johannes Lochner mit Marc Rademacher im Zweierbob). Anna wurde von Lisa-Marie Gericke (Mitteldeutscher Sportclub) angeschoben. „Bei mir lief es besser als im eigentlichen Wettbewerb. Wir hatten vor dem finalen Lauf von Johannes Lochner Nervenflattern, aber der Hansi hat den Lauf gut runtergebracht.“  Im Gesamtweltcup belegte Anna den fünften Platz.

Cheyenne Rosenthal gelingt sensationeller Coup
„Damit hatte ich nicht gerechnet“, erklärte Cheyenne Rosenthal nach ihrem sensationellen Gewinn des WM-Titels bei der Junioren-WM Rennrodel am 1. Februar 2019 in Igls. Unter den Augen von Chef-Bundestrainer Norbert Loch gewann Cheyenne vor der Italienerin Verena Hofer und Jessica Degenhardt (RRC Altenberg). Der Vorsprung vor Hofer betrug 0.024 Sekunden. Der WM-Titel kam umso überraschender, da Cheyenne im Junioren-Weltcup mit ihren Ergebnissen nicht zufrieden sein konnte. Beim vorletzten Weltcup in Winterberg - wenige Tage nach ihrem großen Triumph - ließ die frischgebackene Weltmeisterin die gesamte internationale Konkurrenz erneut hinter sich und siegte vor Jessica Degenhardt. Die Dorfgemeinschaft Winterberg-Silbach bereitete Cheyenne einen gebührenden Empfang in der Dorfhalle. „Cheyenne hat sich auch durch Rückschläge nicht beirren lassen“, so B-Bundestrainer Steffen Wöller. „Cheyenne wird ihren Weg gehen“, lobte Landestrainerin Katja Haupt. „Cheyenne wird in drei/vier Jahren im großen Weltcup fahren“, meinte Jens Morgenstern, der Vorsitzende des BSC Winterberg.

Kira Lipperheide: „Das ist alles noch nicht richtig angekommen“
Einen raketenhaften, sensationellen Bob-Einstieg feierte Kira Lipperheide: Die Sprinterin aus Castrop gewann bei der Junioren-WM am 2. Februar 2019 am Königssee im Schlitten von Kim Kalicki die Goldmedaille in der U23-Wertung. In der allgemeinen Wertung belegten die beiden den Bronzerang. Damit noch nicht genug: Die jetzt 19-Jährige feierte auch ihr Weltcup-Debüt in Igls im Schlitten von Mariama Jamanka. „Das ist alles noch nicht richtig bei mir angekommen“, meinte Kira.  

Silber für Jacqueline Lölling in historischem Wettkampf
Das war ein historischer Wettkampf: Im Skeleton-Wettbewerb bei der WM in Whistler belegten Tina Hermann (WSV Königssee), Jacqueline Lölling und Sophia Griebel (RT Suhl) die ersten drei Plätze. „Ich bin mit der Silbermedaille sehr zufrieden“, erklärte Jacqueline. „Tina hat verdient gewonnen.“ Im vierten Lauf stellte die Brachbacherin einen neuen Bahnrekord auf. „Ich freue mich auf die Regeneration in der Heimat.“ „Superhappy“ zeigte sich Alexander Gassner (BSC Winterberg) nach seinem siebten WM-Platz. Er war damit zweitbester deutscher Starter hinter Christopher Grotheer, der Rang vier erreichte. „Die Läufe waren in Ordnung, nur die Starts waren nicht optimal“, betonte Alex, der erst im letzten Moment für die WM nominiert worden war. Er versprach: „In der neuen Saison wird wieder voll angegriffen.“

Enttäuschende Saison für Robin Geueke und David Gamm
Die Saison begann verheißungsvoll: Bei der Deutschen Meisterschaft Rennrodel am 18. November 2018 in der VELTINS-EisArena gewannen die beiden Winterberger Robin Geueke und David Gamm den Titel vor Tobias Wendl/Tobias Arlt. Die Vorzeichen für die FIL Rennrodel-WM (25. bis 27. Januar 2019) standen für die Local Heroes auf Grün. Doch bei der WM lief es nicht. Platz sieben im Sprint, Rang 14 im normalen Wettbewerb. Der Stachel der Enttäuschung saß tief. Auch in der gesamten Saison fanden die Beiden nicht zu einer konstanten Form. Die beste Platzierung war der zweite Platz beim Weltcup in Whistler. Im Gesamtweltcup reichte es für den Doppelsitzer nur zu Platz sechs. „Es war ein Seuchenjahr“, so Robin. In der neuen Saison werden die beiden einen neuen Anlauf nehmen. Das gilt auch für Christian Paffe (BRC Hallenberg), auf den Bundestrainer Loch große Stücke hält. Für Christian verlief die Saison ebenfalls enttäuschend. Das große Ziel, die WM-Teilnahme auf der Heimbahn, ging nicht in Erfüllung. Die letzte Chance vergab Christian bei der DM in Winterberg, als er nur den achten Platz belegte. In der neuen Saison will Christian wieder angreifen.

Christopher Weber der große Pechvogel
Der große Pechvogel der Saison war Anschieber Christopher Weber vom BSC Winterberg. Der Start in den Weltcup war verheißungsvoll. Im Vierer-Schlitten von Johannes Lochner (Stuttgart) belegte er beim Weltcup in Winterberg (14. - 16. 12. 2018) in den beiden Rennen Rang zwei und drei. Beim Weltcup in Altenberg (5. Januar 2019) zog sich der bärenstarke Anschieber bei einem Sturz schwere Hautverletzungen zu. Eine längere Pause folgte, schließlich kam es zum hervorragenden Comeback bei der WM-Generalprobe, dem Weltcup in Calgary (22. - 24. Februar 2019). Im Zweier und im Vierer von Johannes Lochner fuhr der Dortmunder auf Rang drei. Die Perspektive für die WM in Whistler war glänzend. Doch bei der WM lief es nicht rund: Platz acht im Zweier, Rang neun im Vierer. In der neuen Saison mit der WM in Altenberg als Höhepunkt soll ein neuer Anlauf unternommen werden. Das gilt auch für Vereinskollege Matthias Sommer, der lange verletzt war. Beim Europacup in Winterberg (4. - 6. Januar 2019) gewann er im Schlitten von Christoph Hafer (Bad Feilnbach) beide Viererbob-Rennen. Vor einer sportlich ungewissen Zukunft steht Bob-Pilot Pablo Nolte (BSC Winterberg). In seinem ersten Jahr als Senior wollte er sich für den Weltcup qualifizieren. Anfang der Saison, bei der DM in Winterberg ((27./28. Oktober 2018), belegte er mit Matthias Sommer im Zweierbob den siebten Platz, im Vierer kam er auf Rang fünf - zu wenig für eine Weltcup-Nominierung.

„Winterberger Schmiede“ für Bob-Anschieberinnen
Der Winterberger Stützpunkt Bob mit Stützpunktrainer Christopher Braun und Bahn-Trainer Andreas Neagu, unterstützt von Chef-Bundestrainer René Spies, entwickelt sich immer mehr zu einer „Schmiede“ für Bob-Anschieberinnen. Annika Drazek ist die Protagonistin. Deborah Levi, Leonie Fiebig, Lena Zelichowski (alle BSC Winterberg) sowie Kira Lipperheide (TV Gladbeck) verkörpern ebenfalls Weltklasse. Zu hoffen ist, dass Erline Nolte (BSC Winterberg) fit wird und in der neuen Saison wieder angreifen kann. Mit den Pilotinnen Anna Köhler und der 20-jährigen Laura Nolte (BSC Winterberg) ist die „Frauenquote im Bobsport“ mehr als erfüllt.

Hoffnungsvoller Nachwuchs
Auch was den Nachwuchs betrifft, so kann sich der Winterberger Stützpunkt - auch und besonders im Vergleich zur deutschen Konkurrenz - sehen lassen. In allen drei Kufen-Sportarten wachsen hoffnungsvolle Talente heran. „Wir sind insgesamt sehr gut aufgestellt“, sagt NWBSV-Geschäftsführer Sven Kästner. „Großer Dank gilt unseren kompetenten Trainerinnen und Trainern, den Betreuern sowie auch den Eltern der Kids.“

Laura Nolte U23-Vizeweltmeisterin
Trainer und Betreuer sind sich einig: Mit Laura Nolte (20) wächst eine Weltklasse-Pilotin heran. Bei der Junioren-WM am Königssee wurde sie mit Deborah Levi U23-Vizeweltmeisterin hinter Kim Kalicki/Kira Lipperheide. In der allgemeinen Wertung war es der vierte Rang. Im Junioren-Gesamtweltcup stand der zweite Platz zu Buche. Platz zwei erreichte sie auch mit Lena Zelichowski bei der Junioren-DM in Altenberg. Lauras Ziel für die neue Saison steht: Sie will sich für den „großen Weltcup“ qualifizieren. Das Potenzial hat sie allemal.

Hannah Neise und Felix Seibel triumphieren
Das war ein goldener Abschluss der Rennsaison in der VELTINS-EisArena. Beim letzten Wettbewerb der Saison am 23. Februar 2019 gewannen Hannah Neise (BSC Winterberg) und Felix Seibel (BRC Hallenberg) Gold bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften Skeleton. „Beide haben die Titel verdient, wir freuen uns riesig“, betonte Bundesstützpunkt-Trainerin Ana-Andreea Constantin. Hannah, die im Winterberger Leistungssportinternat wohnt, lieferte zwei sensationelle Läufe ab und schlug Susanne Kreher (BSC Sachsen-Oberbärenburg) und Corinna Leipold (BRC Thüringen). Hannah gewann auch die B-Juniorinnen-Wertung. Felix hatte gar 0,67 Sekunden Vorsprung vor dem startschnellen Stefan Röttig (Eintracht Frankenhain). Der NWBSV war mit sieben Mädchen und vier Jungs bei der Junioren-DM auf der Heimbahn vertreten. Vanessa Voß (BSC Winterberg) belegte Platz sieben in der Wertung B-Juniorinnen. Paula Preute (TV Gladbeck) wurde Vierte in der Jugend-Wertung. Lioba Rahn (RSG Hochsauerland) fuhr auf den fünften Rang in der Jugendwertung, gefolgt von Sarah Voß (BSC Winterberg) auf Platz sechs und Sophia Schmidtbauer (BSC Winterberg) auf dem achten Rang. Leonie Kleine-Hollenhorst (BRC Hallenberg) belegte den 12. Platz in der Wertung B-Juniorinnen. Bei den Jungs kam Marc Theine (BSC Winterberg), der vom Rennrodel zum Skeleton gewechselt war, auf den vierten Platz in der Jugendwertung. Niels Sommer (BRC Hallenberg) wurde Sechster (Jugendwertung), gefolgt von Niclas Trapp (TuS Hachenburg), der seinen ersten Wettkampf bestritt. „Wir sind auf einem guten Weg“, erklärte Lehrertrainer Benjamin Piel.

Sophie Gerloff und Melina Cielaszyk setzen Glanzpunkte
Sehr gut aufgestellt ist auch der heimische Rennrodel-Nachwuchs. Die jährlichen Rodel-Schnuppertage sind ein voller Erfolg und „für die Sichtung von Talenten sehr wichtig“, wie Landestrainerin Katja Haupt betont. Glanzpunkte setzten neben Cheyenne Rosenthal vor allem Sophie Gerloff (BSC Winterberg) und Melina Cielaszyk (BRC Hallenberg). Sophie belegte bei der Deutschen Meisterschaft Jugend A - Junioren B in Oberhof den zweiten Platz in der Kategorie Juniorinnen B. Melina gewann ebenfalls Silber (Jugend A.) Der Hallenberger Doppelsitzer Henrik Altenhoff/Matteo Oberließen startete eine Klasse höher (Junioren B): Der Lohn war die Silbermedaille. Das NRW-Team holte Bronze im Teamwettbewerb. Sophie und Melina überzeugten auch im Weltcup. Sophie gewann bei der Jugend A die Weltcups in Winterberg und Oberhof, Melina wurde jeweils Zweite. Winterberg war ihre Weltcup-Premiere. Henrik und Matteo belegten im Weltcup (Jugend A) die Plätze sechs (St. Moritz), fünf (Winterberg) und acht (Oberhof).

Mit sechs Rodlerinnen und Rodlern war der NWBSV-Nachwuchs bei der DM Jugend C in Oberhof vertreten. Bis auf Laura Koch waren alle zum ersten Mal dabei und „sehr aufgeregt“ (Katja Haupt). Laura, die wie alle anderen NWBSV-Teilnehmer dem BSC Winterberg angehört, stürzte im zweiten Lauf. Lili Seifert (15.), Lara Hartmann (18.), Paula Häger (20.), Fenja Grauel (24.): So lauteten die Platzierungen. Marc Chlebowski stürzte im ersten Durchgang. Im Teamwettbewerb sprang der „erfreuliche“ sechste Platz heraus. „Insgesamt haben Alle wertvolle Erfahrungen gesammelt“, so Katja Haupt. Abgerundet wurde die DM durch einen „Bildungsbesuch“ der bekannten „Schlittenscheune“ in Ilmenau.

Verstärkte Zusammenarbeit mit der Leichtathletik
Schon seit Jahren baut der NWBSV auf die Zusammenarbeit mit der Leichtathletik. Diese Kooperation soll weiter forciert werden. „Die Leichtathletik ist eine Kernsportart und bietet überragende Voraussetzungen für den Kufensport“, so NWBSV-Präsident Winfried Stork. Schon seit Jahren arbeitet der NWBSV mit den Athletik-Trainern Heiner Preute (Gladbeck), Jens Schulze (Paderborn) und Marcus Hoselmann (Dortmund) zusammen. Die Zusammenarbeit mit der Leichtathletik wurde jetzt auch institutionalisiert.  Die Leichtathletik-Abteilung des TV Gladbeck, dem Heimatverein von Heiner Preute, Annika Drazek und Kira Lipperheide, wurde mit der Unterabteilung „Kufe“ Mitglied im NWBSV. „Dieser Schritt ist mehr als nur eine Formalie“, so Stork. „Es ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft. Die sehr gute Entwicklung der Kooperation wirkt sich auf die Sichtung und die direkte Betreuung der Sportlerinnen und Sportler aus.“

Insgesamt ist der NWBSV bestens aufgestellt. Rund 100 Aktive werden gemeinsam mit den Vereinen ausgebildet und betreut. Dem NWBSV gehören der BSC Winterberg, der BRC Hallenberg, die RSG Hochsauerland, die Rodel-Abteilung des SC Fredeburg sowie die Abteilung „Kufe“ des TV Gladbeck an.

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